Fertighaus vs. Massivhaus Alle Vorteile im Überblick

Für Sie als motivierter Bauherr die Gretchenfrage schlechthin: Baue ich traditionell massiv oder nehme ich doch lieber ein Fertighaus? Welche Vor- und Nachteile diese Bauweisen mit sich bringen und welche Klischees überholt sind, finden Sie jetzt in diesem Beitrag heraus.

Alle Weichen sind gestellt.

Die Familienplanung hat hervorragende Früchte getragen, beruflich und finanziell sitzen Sie fest im Sattel und streben nun wohlverdient die letzte Stufe der sozialen Evolution an:

Den Hausbau.

In der Regel baut man nur einmal im Leben (nachdem man für seinen Feind und seinen Freund gebaut hat).

Daher soll es nach allen Gesichtspunkten eine solide Sache werden.

Hier beginnt auch schon meist die Jagd auf das Einhorn.

Wenn ich mich etwas aus dem Fenster lehnen darf, ohne unhöflich zu werden, einige Bauherren überspitzen das Thema Wirtschaftlichkeit ein wenig.

Um es kurz zu fassen: Viel haben wollen, wenig zahlen.

Wirtschaflich bauen ist jedem in die Wiege gelegt, der sein Geld nicht aus dem Fenster des noch ungebauten (massiven oder fertigen) Hauses werfen möchte.

Leider geschieht dies meist auf Kosten der Qualität und schlimmer noch.

Welche dramatische Konsequenzen ein so genannter „Schnellschuss“ auf Grund eines günstigen „TOP Fertighaus-Angebots“ inkl. Baufinanzierung haben kann, zeige ich Ihnen weiter unten im Beitrag.

Zunächst die Basics.

Fertighaus oder Massivhaus? Definition und Bauweisen

Massivhaus:

Als Massivhaus wird die Errichtung eines Gebäudes aus Stein, Kunststein oder Ziegel bezeichnet, bei dem die einzelnen „Bausteine“ auf die Baustelle geliefert und von Fachleuten traditionell Schicht für Schicht aufgebaut werden.

Hauptbaumaterial ist Stein. Holz wird teilweise verbaut.

Bereits beim Rohbau können Sie Eigenleistungen erbringen.

Im ersten Schritt wird das Haus von einem Architekten, Statiker und sonstigen Fachplanern nach den Wünschen des Bauherren skizziert und hoffentlich vom Bauamt genehmigt.

Fertighaus:

Als Fertighaus oder Fertigteilhaus bezeichnet man ein genormtes Gebäude, dessen Einzelelemente (Wände, Böden, Decken, Dach) industriell vorgefertigt sind.

Hauptbaumaterial ist überwiegend Holz.

Stein oder Beton wird je nach Bauweise auch eingesetzt.

Die Einzelteile werden auf die Baustelle geliefert und dort von einem Montageteam des Fertighausherstellers binnen kurzer Zeit schlüsselfertig zusammengefügt.

Eigenleistungen sind vor allem beim Innenausbau möglich.

Das Fertighaus kommt in drei verschiedenen Ausbaustufen daher:

  • Ausbaufertig: Etwas für engagierte Heimwerker. Außen komplett fertig mit Dämmung, und Putz, Fenster, Eingangstür und Innentreppe (herstellerabhängig).
  • Technikfertig: Ausbauhauhaus wie oben plus moderne Heizanlage mit Wärmerückgewinnung, Solaranlage installiert, Elektro- und Sanitärinstallationen sind verbaut, Decken und Wände sind wärmegedämmt und beplankt. Alles fertig zur Gestaltung.
  • Schlüsselfertig: Außen und innen komplett fertig inkl. Innenausbau. Ab hier müssen Sie nur noch einziehen!

Und das Fundament?

Keller oder Bodenplatte bieten einige Fertighausanbieter ebenfalls mit an.

Aber eben nicht alle.

Und wenn Sie diesen unfassbar guten Preis für ein Fertighaus hören, stellen Sie bitte immer zuerst folgende Frage: Welche Leistung beinhaltet das alles?

Genauso die Vermessung.

Die Vermessung / das Einmessen des Grundstücks inkl. Eintrag in die Liegenschaftskarte und Setzen der Grenzpunkte muss von

  1. einem öffentlich bestellten Vermessungsingenieur
  2. einem dafür eingetragenen Gebäudevermesser
  3. einer Baufirma, die gem. LBO dazu legitimiert und fachlich geeignet ist

durchgeführt werden.

Kostenpunkt je nach Gebührenverordnung: Ca. 2500 €

Achtung: Vermessungkosten sind Baunebenkosten und müssen meist aus dem Eigenkapital bezahlt werden. Die Vermessung findet parallel zum Baufortschritt dreimalig statt.

Hinterfragen Sie am besten immer das Wort „Komplett-Angebot“.

In der Regel gilt: Je niedriger der Preis, je geringer die Leistung / Qualität.

Aber nun zurück zum wesentlichen.

Fertighausbau und die verschiedenen Bauweisen: Es muss nicht immer Holz sein…

Wenn Sie sich für ein Fertighaus entschieden haben, sind Sie (leider) noch nicht am Ende Ihrer Reise angelangt.

Sie kennen die Ausbaustufen.

Sie haben sich für eine entschieden.

Aber wissen Sie auch schon, welche Bauweise es denn sein darf?

Hier Ihre Qual der Wahl:

  • Betonfertigteil-Bauweise
  • Blockbohlen-Bauweise

  • Holzrahmen-Bauweise

  • Holzständer-Bauweise: die Zweiständer-Bauweise, die Dreiständer-Bauweise, die Vierständer-Bauweise

  • Holztafel-Bauweise

  • Skelett-Bauweise

  • Ziegelverbund-Bauweise

Sind Sie noch da?

Schön.

Denn auf der Webseite von Fertighaus Hausbau können Sie die Erklärungen zu den einzelnen Bauweisen wunderbar nachlesen.

Ich verschone Sie hier mit Wiederkäuen.

Wie oben schon angedeutet, muss es nicht immer Holz sein.

Bei der Ziegelverbundbauweise haben Sie quasi die Massivhauskomponente im Fertighausformat vereint.

In diesem Verfahren wird ziegelähnlicher Werkstoff auf Gitter und Stahlnetze aufgetragen, im Ofen gebrannt und in Modulen zur Baustelle transportiert.

Trocknungszeiten entfallen.

Der Putz kann direkt aufgetragen werden.

Zeit für die klassischen Vor- und Nachteile!

Fertighaus vs. Massivhaus: Die Schlacht der Giganten im Vergleich

Im Folgenden finden Sie nun die wahrscheinlich ausführlichste Liste von Vor- und Nachteilen beider Bauweisen.

Zwei Dinge kann ich schon mal zusammenfassend vorwegnehmen:

  1. Alles, was Sie bisher über den Vergleich zw. Fertig- und Massivhäuser gelesen haben, ist richtig
  2. Alles, was Sie bisher darüber gelesen haben, ist falsch

Aber entscheiden Sie selbst.

Fertighaus- die Nachteile

  • Nutzungsdauer durchschnittl. 60-90 Jahre im vgl. zu 90-100 Jahre beim Massivhaus
  • Die Beleihung durch Banken ist aufgrund der geringer erwarteten Lebensdauer oftmals ungünstiger
  • Geringerer (Tritt-) Schallschutz
  • Schlechterer Brandschutz
  • Schlechtere Wärmespeicherung
  • Wiederverkaufswert 20-40% geringer als ein Massivhaus mit den gleichen Baukosten= geringere Wertbeständigkeit
  • Holzrahmenbau hält keinem Hurrikan stand
  • Todfeinde eines Holzhauses sind stehende Feuchtigkeit und Schädlinge
  • (Ein Holzhaus) Muss permanent gegen die Witterung geschützt sein – entweder durch regelmäßiges Lackieren oder durch entsprechende Wahl eines von Natur aus widerstandsfähigen und wartungsfreien Materials wie Lärche oder Zeder
  • Verzögerter Baubeginn durch Bearbeitung älterer Aufträge (first come first serve) oder Sonderwünschen
  • Sonderwünsche /Sondermaße gegen Aufpreis
  • Engpässen in den Herstellerbetrieben
  • Schlechtere Dämmeigenschaften = Höhere Heizkosten / schnell heiß im Sommer, schnell kalt im Winter
  • Entsorgungsprobleme beim Abriss durch als Sondermülll deklarierte und nicht recycelbare Dämmstoffe
  • Giftiger Rauch bei Brand
  • Trockeneres Raumklima durch thermische Geschlossenheit
  • Luftdichtheit von Bauteilen an Anschlüssen ist häufig problematisch (Schimmel)
  • Mangelnde Abschirmung gegen elektromagnetische Strahlung
  • Anbauten oder Dachgeschossausbauten schwieriger zu realisieren
  • Schäden an Fertighäusern z.B. durch einen Wasserrohrbruch sind häufig schwieriger zu reparieren als in Massivhäusern
  • Innenausbau: Warum halten meine Dübel nicht?
  • Manche Hersteller verlangen eine fertige Bodenplatte mit den Hausanschlüssen (Mehraufwand für Sie)
  • Holzhaus: anfälliger gegen Ungezieferbefall, Vorbehandlung notwendig (Allergikerfreundlich?)
  • Gesundheitsschädliche Ausdünstungen

Massivhaus- die Nachteile

  • Längere Bauzeit
  • Höhere Baukosten durch höheren Planungsaufwand durch individuelle Wünsche
  • Längere Trocknungszeiten und dadurch Setzrisse, sowie Verzögerungen im Bauablauf etc. (Trocknungszeiten für Beton werden teilweise mit >75 Jahre angegeben)
  • Witterungsabhängiger Fortschritt
  • Wartezeiten und Ausfälle durch Unternehmensinsolvenzen
  • Meist nicht „alles aus einer Hand“ zu haben

Die Schlacht scheint somit geschlagen und der Gewinner steht eindeutig fest.

Oder nicht?

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Das Fertighaus und seine Vorteile

  • Kürzere Bauzeit
  • Rohbau und Dach stehen meist innerhalb weniger Tage durch vorgefertigte Module im Werk
  • Geringere Baukosten
  • Festpreise für die jeweilige Ausstattung der Auf- bzw. Ausbaupakete und Zusatzkosten
  • Fester Einzugstermin: Vertrag bis Montage 4-6 Monate
  • Jahreszeitenunabhängiger Bau
  • Besichtigung von Musterhäusern
  • Bessere Ökobilanz gegenüber Ziegelmauerwerk
  • Geringere Anforderungen an die Tragfähigkeit von Boden, Fundamenten und Betonplatten (Holzhaus)
  • Service: Viele Fertighaus-Unternehmen übernehmen in den Jahren nach dem Hausbau Wartung und Pflege
  • Skelettbauweise: Völlige Freiheit durch beliebige Wandsetzung und der daraus resultierenden Raumgestaltung
  • Die Wände des Fertighauses bestehen aus mehreren Schichten hochwirksamer Dämmstoffe, die das Haus die Kriterien zur KfW- Förderung erfüllen lassen (selbst Plus-Energiehaus möglich!)
  • Blockbohlen-Bauweise: Besteht aus skandinavischer Polarkiefer, weil dieses Holz selbstisolierende Eigenschaften besitzt und als sehr widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse und Schädlinge gilt
  • hohe Maßhaltigkeit
  • Moderne Energiesysteme als Paketvariante möglich: Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen, Lüftungsanlagen, Solartechnik, Holzpelletheizung etc.
  • Individuelle geplante Häuser möglich (Skandinavien macht´s vor)
  • Ziegelähnliche Werkstoffe zur Vorfertigung geeignet & Schadstofffrei produziert und fürAllergiker geeignet
  • Anforderungen an den europäischen Schall-, Brand- und Wärmeschutz werden erfüllt
  • KfW-förderfähig
  • Ausbaustufen je nach Budget: ausbaufertig, technikfertig, schlüsselfertig
  • Modulbauweise, die modifizierbar ist
  • keine Trocknungszeiten
  • Unterstützung bei der Grundstückssuche
  • Alles aus einer Hand inkl. Amtstermine, Finanzierung, Bauleitung usw.
  • keine Lieferzeitenverzögerungen
  • Komponenten der Haustechnik besser aufeinander abgestimmt weil erprobter Haustyp
  • Unterkellerung möglich
  • Online Planungs-Tools (>>>Almondia)
  • Seltener Beanstandungen in der Bauphase
  • meist nur 1 Ansprechpartner
  • Wege zu Behörden und Ämtern reduziert
  • Die Preise reichen von 50.000 Euro für die Hülle eines Ausbauhauses bis weit über 400.000 Euro
  • Leonardo Da Vinci soll sie erfunden haben

Besonders der letzte Punkt wird Sie überzeugt haben.

Warum bauen dann nicht alle schlüsselfertig?

Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF) sind es  nur 16%.

Die Deutschen- ein Volk der Liebhaber für Handwerkskunst für die Ewigkeit.

Das Massivhaus und seine Vorteile

  • Umweltfreundliche Baumaterialien
  • Robust, witterungsbeständig
  • Erfüllt Anforderungen des Schall-, Wärme- und Brandschutz
  • An- und Umbauten leicht möglich
  • Maximale Individualität
  • Längere Lebensdauer (90-100 Jahre)
  • Größere Wertstabilität
  • Besseres Standing bei der Bank = höhere Wahrscheinlichkeit von Profit bei Verkauf

Die Relativierung: Welche Klischees erfüllen Fertighäuser bzw. Massivhäuser (nicht)?

Bei dieser Vielzahl an pro und contra ist es schwierig den Überblick zu behalten- stimmt´s?

Ich bin da ganz bei Ihnen.

Und leider muss es nun noch ein bisschen komplizierter werden, indem wir die althergebrachten Klischees etwas entstauben.

Jonathan Frakes würde sagen „Wahrheit oder Lüge, was glauben Sie?“.

Keine Trocknungszeiten

Nur halb gelogen.

Wenn Sie Putz einsetzen, benötigt dieser als Richtwert pro 1 mm Auftrag 1 Tag zur Trocknung.

Die Trocknungszeiten des Mörtel / Betons entfallen allerdings bzw. werden in´s Werk vorverlagert.

Denn die Fertighauslelemente werden im Werk zunächst vorgefertigt und anschließend ausgeliefert.

Je nach Bauweise bedingt das eine kürzere oder längere Vorlaufzeit.

Größere Wertstabilität

Auch nur ein Teil der Wahrheit.

Befragen Sie zu diesem Thema doch mal Gerald Hörhan bzgl. Hauskauf in der Pampa.

Für >400.000€ gekauft / gebaut und 20 Jahre später nur noch 250.000€ wert.

Wohlgemerkt ein Massivhaus.

Standort, Lage, sowie die Entwicklungstendenz der nächsten 10-ö20 Jahres sind entscheidende Faktoren.

Bodenplatte

Auch ein Fertighaus benötigt eine Bodenplatte, diese benötigt eine Baugrube und diese wiederum einen Vermesser.

Die meisten Fertighausanbieter tun leider so, als würden Sie ein Luftschloss bauen.

Auf Luft gebettet.

Aber wehe, es kommt ein rauhes Lüftchen um die Ecke.

Keine Wartezeiten

Während beim Nachbarn der Maurer schon die ersten Ziegel aufeinander schichtet, wird Ihr Fertighaus im Werk erst noch „zusammen genagelt, betoniert oder gemauert“.

Auf der Baustelle geht es dann ziemlich zügig.

Auch in dieser Phase können noch Lieferengpässe entstehen.

Schlechterer Schallschutz, Brandschutz, Wärmeschutz

Schallschutz wird ebenfalls ständig verbessert.

Die Hersteller können es sich schlicht nicht leisten hier noch weiter „auf den Putz zu klopfen“.

Schließlich ist ein Entscheidungskriterium das der Nachhaltigkeit.

Nämlich, dass man sich nicht nachhaltig auf die Nerven geht, weil der Verkehr ungebremst durch das Wohnzimmer zu fahren scheint.

Fehlt nur noch die 3D-Brille.

Kinofeeling.

Brandschutz- F90 AB kein Problem durch die entsprechenden Verkleidungen.

Wärmeschutz- Habe ich weiter oben vergessen zu schreiben, das sogar ein Plus-Energiehaus möglich ist? Ökologische Holzfaser-Dämmung lässt ENEV-Träume wahr werden.

Apropos.

Mit der ENEV 2014 gilt für Neubauten seit 01.01.2016 übrigens ein maximaler Jahres-Primärenergiebedarf von 55 kWh/m²a. [Edit: 51 kWh/m²a ]

Da Ressourcen immer knapper werden, werden die Anforderungen in diesem Bereich auch in Zukunft immer strenger.

Wer konkurrenzfähig bleiben möchte, muss die Standards seines Angebotes bzgl. dieser drei Kategorien zeitgemäß anpassen.

Einen „schlechteren“ Wärmeschutz gibt es hier dann nicht mehr.

(Denken wir nur an die „Nearly-Zero-Emission-House“ Forderung, die bis 2020 alle Neubauten regulieren soll…räusper…)

Offene Fugen- Schimmelgefahr

Auch hier Entwarnung: Wärmebrücken- und tauwasserfreie Konstruktionen möglich.

Feind der Allergiker

Jetzt gibt es sogar Gipsplatten mit Luftreinigungseffekt.

Fabelhaft oder?

Kürzere Lebensdauer

Die Differenz beträgt nur noch 10-20 Jahre und wird sich in Zukunft weiter auflösen.

Eines der ersten (?) Fertighäuser wurde 1910 errichtet und wird immer noch bewohnt.

Giftmüllproduzent

Wenn das EU-Parlament sich wieder dzau entscheidet, dass HBCD doch Sondermüll ist und Sie gerade mit dem Gedanken spielen, die fassade zu sanieren,macht es keinen Unterschied ob massif- oder Fertighaus.

Sofern mit Styropor / Styrodur gedämmt wurde.

Gott lobe die ökologische Holzfaserdämmung.

Zeit umzudenken?

Wände aus Lehm sind doch gerade wieder im Kommen…

Günstigere Baukosten

Mit 1400 € / m² eine Tatsache.

Aber lesen sie das Kleingedruckte.

Hier fehlen meist die Kosten für die Bodenplatte, den Aushub, sowie für die Vermessung.

Wenn Sie einen Architekten finden, der für 1600-1700€ / m² all inclusive baut (ohne Möbel), dann ist das ein sehr sehr guter Richtwert.

Unter diesem Wert ist es möglich zu bauen, aber nur mit Abstrichen versteht sich.

Fragen Sie immer, ob im Gesamtpreis die Erschließungskosten etc. enthalten sind.

Generell gilt: Welche Leistung folgt dem Preis?

Hausbau-Fakten, die wirklich relevant sind

Wie sieht die Bank das?

Auch wenn sich die Fertighausbauweise immer mehr dem Massivbau annähert, so zählt immer noch nicht der Fakt, sondern wie er interpretiert wird.

Wenn die Bank ein Fertighaus schlechter bewertet, als ein vergleichbares Massivhaus, dann ist das eben so.

Deutschland ist ein Land der langlebigen Handwerkskunst.

Etwas für die Ewigkeit bauen.

Darauf ist der Deutsche seit jeher stolz.

Das Wort „Fertighaus“ bringt naturgemäß eine etwas künstliche Konnotation mit sich, welche dem romantischen Begriff der „Handwerkskunst“ diametral entgegen zu stehen scheint.

Ein Fertighaus klingt einfach nach Stangenware und „schmeckt“ daher anders.

Bauen is(s)t eben etwas für Feinschmecker.

Bei „Massivhaus“ denken wir an jahrhundertealte Fachwerkhäuser, Jugenstilvillen, Gründerhäuser, Fabriken aus Ziegelmauerwerk usw. usf.

Kultur eben.

Langlegbigkeit und Nachhaltigkeit prägen diesen Begriff.

Bis sich diese Differenz aufgehoben hat und die traditionell verwurzelten Banken hier keinen Unterschied mehr machen, muss noch ganz viel Wasser den Neckar hinuter fließen.

Möchten Sie Ihren Enkeln und Enkelkindern etwas Gutes tun, ist ein Massivbau vielleicht die bessere Wahl..

Das traditionelle Familienmodell sozusagen.

Der Erbschaftsfall

Die 20-40%, die Sie bei den Baukosten eines Fertighauses einsparen, verlieren Sie salopp gesagt spätestens dann wieder, wenn Sie es verkaufen möchten.

Tatsächlich verzögern Sie nur den Zeitraum des Kostenausgleichs.

Preisvergleich

Ein Fertighaus ist günstiger.

Definitiv.

Wenn Ihr Budget klein ist, Sie keine großen Ansprüche an Individualität haben, dann können Sie hier einen guten Deal machen.

Vielleicht wurde Ihnen ja kürzlich ein Grundstück vererbt?

Perfekt.

Systematische Modulbauweise bedingt Vorhersagbarkeit.

Massenbau bedingt bessere Einkaufspreise, die man wiederum an den Endkunden weitergeben kann.

Hier kommt der günstigere Preis zustande.

Wiederholung ist die Mutter der Kalkulation.

Achtung bei Finanzierungen: Wenn die Finanzierung über Bausparverträge und Lebensversicherungen läuft, vergessen Sie nicht, dass die Bausparverträge auch bespart werden müssen.

Das heißt konkret: Zu der monatlichen Rate für das Haus für 1100€ kämen noch einmal 1400 € monatlich hinzu. (fallabhängig)

Das wird man Ihnen vorher nicht immer sagen…

Riecht nach Abzocke.

Ist es auch.

Fazit

Fragen Sie einen Friseur nie, ob Sie eine neue Frisur brauchen.

Ein Fertighausanbieter wird Ihnen immer die Vorteile eines seiner Produkte nennen.

Er verkauft nunmal Fertighäuser.

Ein Massivhausanbieter wird Ihnen immer ein schickes Massivhaus anpreisen.

Die althergebrachten Vor- und Nachteile beider Bauweisen werden im Zuge des Wettbewerbs, der fortschreitenden Reglementierung durch den Gesetzgeber, sowie durch den technischen Fortschritt immer mehr obsolet.

Die Grenzen verwischen.

Letztendlich entscheidet nur noch die Perspektive, sowie Ihr Budget.

Machen Sie dennnoch bitte Ihr Budget nicht zu Ihrem einzigen Entscheidungsmerkmal.

Das kann Sie teuer zu stehen kommen, wenn Sie ein vermeintliches TOP-Angebot an Land gezogen haben und plötzlich unvorhergesehene Mehrkosten auf Sie zukommen.

Eine Zwangsversteigerung kurz nach der Fertigstellung des Hauses wird nicht nur bei den Nachbarn einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Massivhaus oder Fertighaus?

Und der Gewinner ist…

 

In diesem Sinne:

Fröhliches Bauen,

Ihr Marcus Schettler


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Foto @123rf.com

 

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3 thoughts on “Kampf der Giganten: Fertighaus oder Massivhaus? Alle Klischees im Überblick”

  1. Hans-Jürgen Seeger

    Ein Fertighaus ist günstiger als ein Massivhaus wage ich zu bezweifeln. Die guten und langjährigen Fertighausanbieter sind sicher nicht günstiger als die Firma die schlüsselfertig baut.
    Der Fertighaushersteller der mit M anfängt und a aufhört ist wahrscheinlich schon günstiger.

    • admin

      Hallo Herr Seeger,

      vielen Dank für das Feedback!

      Beim letzten Punkt haben Sie vollkommen Recht 🙂

      Ein Bekannter hat hier gerade eine sehr interessante Erfahrung gemacht, welche diesen Beitrag inspiriert hat…

      Beste Grüße,
      Marcus Schettler

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