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Baumängel. Pfusch am Bau. Bau in Deutschland wird fast synonym gesetzt mit Fehlern in der Ausführung. Damit aus Ihrer Baustelle nicht der BER wird, wappnen Sie sich mit dem neusten Artikel gegen teure Schadensursachen.

Um die Handwerkerwelt wieder ein bisschen mit mir zu versöhnen, sei eines gesagt:

Es gibt kein mängelfreies Bauen.

Punkt.

Mängelfreies Bauen ist ein Einhorn.

An und für sich.

Schonmal ein Einhorn gesehen?

Ich auch nicht.

Aaaber zwischen „Fehler sind menschlich“ und „Ist das Kunst oder kann das weg?“ liegen Welten.

Und im Grunde geht es in meinen Blogbeiträgen immer darum, meine Leser gegen all die Schlaglöcher auf dem Weg zum glücklichen Immobilienbesitz zu wappnen.

Und davon gibt es eine ganze Menge.

Ich bin bereit, Sie auch?

Los geht´s.

Die Definition: Baumangel

Baumängel sind Beeinträchtigungen eines Bauwerks aufgrund der Verletzung von Vertragspflichten.

Es geht um eine Abweichung des Ist-Zustandes vom geschuldeten Zustand.

„Sieht sch…limm aus“ bzw. „das gefällt mir nicht“ sind keine Baumängel, auch wenn wir das häufig in einen Topf werfen.

Es geht hier immer einzig und allein um die Frage: Welche Leistung wird geschuldet?

Das steht meistens im Angebot, Bauvertrag oder in der Leistungsbeschreibung.

Werkvertrag kommt von einem Werk, das man schuldet, zu einer bestimmten Qualität (auch zu einem bestimmten Termin) zu erstellen.

Im Folgenden nun die Gründe, weswegen Handwerker Ausreden erfinden.

Ganz prekär.

Willkommen in der Welt des Schmerzes.

Zur Sensibilisierung.

Ihres Geldbeutels.

Sonst: Zwiebelleder.

Die 46 häufigsten Mängel beim Hausbau: Und was Sie nicht dagegen tun können, indem Sie nur diesen Beitrag, sowie diese viel zu lange Zwischenüberschrift lesen, die Sie nur auf den nachfolgenden viel zu langen Text ohne Punkt und Komma vorbereiten soll

  • Mauersperrbahn zwischen Mauerwerk und Bodenplatte: So schaffen Sie ein Gleitlager, was unweigerlich in der Zerstörung der vertikalen Abdichtung endet. Kein Pfusch, aber mittlerweile fast fahrlässig bei dem Kenntnisstand. Achten Sie auf die Verwendung einer Dichtschlämme unter der ersten Reihe des Mauerwerks
  • Keine Abdichtung des Kellers … besonders bei bindigem Boden und Hanglage… alles schon gesehen…
  • Genauso fahrlässig: Verwendung von Noppenbahn auf bituminöse (frisch aufgetragene) Abdichtung. Vollkommen egal in welche Richtung die Noppen zeigen. Bei Erddruck zerstören die Noppen nachweislich immer die Abdichtung. Greifen Sie lieber auf den DS-Systemschutz von Remmers zurück. Dieser Fehler passiert ganz besonders häufig in Kombination mit starkem Sonnenschein und dem Syndrom „Keine Zeit“. Fail.
  • Dampfsperre im (nicht hinterlüfteten) Dach vergessen: Schimmelzüchtung?
  • Fundament auf Sand gebaut: Kommt vor. besonders bei Anbauten, die einer Nutzungsänderung unterzogen werden
  • Keine Feuchtigkeitssperre + Gipsputz (schlechtes Ehepaar)
  • Balkone: Kaltebrücken, Thermische Trennung, Verwahrung der Sperrung, nicht funktionierende Drainageschichten und frostsichere Fliesen. Nicht zu vergessen die zur Verstopfung neigenden Einläufe oder Rinnen
  • Dachhaut: Stichwort mangelhafte (luftdichte) Ausführung der Anschlüsse an Entlüftungsleitungen, Elektroleitungen und Schornsteine
  • Risse in Putz oder Mauerwerk [Beton: hier es gibt keine rissfreie Konstruktion]: falsche Kombination von Materialien, Trocknungszeiten nicht bedacht, direkte Sonneneinstrahlung, kein Gewebe im Putz usw.
  • Fensterlaibungen durchfeuchtet: Anschluss nicht fachgerecht ausgeführt durch fehlendes >>>Kompriband z.Bsp.), Laibung kühlt aus oder Zug entsteht, Schimmel ist die Folge, sowie höhere Heizkosten
  • Spitzboden nicht entlüftet: Baufeuchte muss während der Bauphase abziehen können
  • Undichter Keller: häufigster Fehler bei der Planung iund/oder Ausführung)
  • Risse im Holz: Zu schnell eingebaut ist der Regelfall. Aber ein Riss mindert noch nicht die Tragfähigkeit einer Pfette oder Balkens i.e. ist noch kein Mangel. Hier gibt es Unbedenlichkeitskriterien, die Sie in den „Beurteilungskrieterien für Rissbildungen“ >>>HIER finden
  • Kelleraußentreppe: Anschluss immer heikel, daher verzichten viele auf eine Treppe, zumal die Entwässerung nicht optimal lösbar ist
  • Risse im Estrich: durch fehlende, nicht ausreichende oder falsch dimensionierte Dehnungsfugen zw. Bauteilen/Räumen, bzw. zu viel Zugluft direkt nach dem Einbau. Schotten Sie daher immer die Fenster vor dem Einbau ab. Ein Riss ist noch kein Drama, lässt er sich durch Aufschneiden und Einbringen eines Kunstharzes wieder „flicken“, sodass weitere Spannungen aufgenommen werden können und nicht an den Belag weiter gegeben werden
  • Passivhaus: Keine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verbaut (K.O.-Kriterium)
  • Schallschutz: Randdämmstreifen beim Estrich fehlt? Trockenbauwand nicht federnd ausgeführt? Unterdimensionierte Trennwände (Hotels z.Bsp.). Merke: Nebens der korrekten Ausführung der Anschlüssen unter Verwendung des richtigen Materials, bringt nur Masse Schallschutz.
  • Brandschutz: Weit gespanntes Themenfeld. Häufigster Fehler: Mangelnde Planung. Aufgrunddessen falsches Material, falsche Ausführung von Abschottungen (wenn vorhanden), keine RWA/Schleusen/Notstromaggregat usw.
  • Fehlende Bildung: Pläne falsch oder garnicht gelesen vom ausführenden Personal
  • Pläne:  Grundlagen unzureichend aufgenommen [Ich hab bisher ganz selten einen Architektenplan gesehn, der auf einem sauberen Aufmaß basiert. Aber das liegt häufig auch an der „individuellen“ bezahlung zw. Bauträger und Architekt…]
  • Generell: Keine fachgerechte Ausführung [Spätestens dann sollten Sie sich fragen, wen Sie hier eigentlich auf die Baustelle eingeladen haben. Geiz ist geil?]
  • Kein Bodengutachten erstellt weil: Geiz ist geil. Das bedeutet im Endeffektt für Sie: Vorne sparen und hinten doppelt und dreifach drauflegen. Wirtschaftlich sieht anders aus.
  • Mangelhafte Grundriss- bzw. Raumplanung: Eklatant bei der Planung von Hotels, bei denen sehr viele Forderungen/Erfüllung von diversen Vorschriften im Raum stehen. Aber auch beim privaten Hausbau ist es ärgerlich, wenn das Auge „umherirrt“ aufgrund verschiedenen Linien/Fluchten/Höhen. Gerade bei der Badplanung wichtig. Ganz maßgeblich hierfür: Entscheiden Sie sich möglichst früh bzgl. der Ausstattung und Einbauten, dann kümmern Sie sich um die „Linienführung“. Ärgerlich auch, wenn auf der TV-Seite kein TV-Anschluss eingeplant wurde oder der Blick auf den Kamin durch eine zu weit in den Raum ragende Trennwand blockiert wird.
  • Mängel an Heizungssystemen: Abstimmung ist alles. Selbst die Hersteller verzweifeln manchmal beim Einstellen einer komplexen Heizanlage…mal von einer Unterdimensionierung der Heizkörper abgesehen (Hier Heizwärmebedarf errechnen)
  • Durchfeuchtung an baulichen Schwachstellen, Wärmebrücken infolge von Oberflächenwasser bei normaler Wohnungsnutzung (20°C und 50% innen bzw. 5°C außen)
  • Mangelhafte Rohrdurchführungen in den Keller: fehlende Manschetten
  • Wärmebrücken an Balkonen
  • Minderwertiger Beton, falsche Expositionsklasse gewählt
  • Fehlende Sickerpackung unter Pflaster mit Hanglage und Stehlen
  • Wasser: kalt und warm vertauscht
  • Fehlende Mauerwerksverbinder bei Trennwandanschlüssen in Stumpfstoßtechnik „Die Wand steht für sich selbst“
  • Verwechslung zwischen Oberkante Rohfußboden und Oberkante Fertigfußboden
  • Grundwasserstand nicht erforscht
  • Fehlende Verpressung von Fugen zwischen aufgehenden Bauteilen (Sollrissstellen) im Druckwasserbereich
  • Leitungen (auch Kondensatleitungen von Klimaanlagen): kein Gefälle, das falsche Gefälle oder zu wenig Gefälle
  • Unterdimensionierung von Abwasserrohren
  • keine Nachbehandlung des Betons
  • Beton zu früh ausgeschalt, vor Endfestigkeit
  • Mangelhafter Anschluss Rollladenkasten
  • Bauschaum und Silikon: keine Mängel kein Pfusch, aber wird genutzt um Pfusch zu verbessern
  • Bauschutt als Anfüllmaterial des Arbeitsraumes benutzt
  • Schallbrücken an Installationen
  • Trittschalldämmung oder Randdämmstreifen vergessen
  • Elektrische Planung: zu wenig Steckdosen gem. DIN Forderung
  • Billigere Materialien geliefert als angeboten
  • Falscher Fliesenkleber bildet irreversiblen Schleier auf der OberflächeMangelnde Entlüftung des Abwasserstranges: Gluckergeräusche

Die Gewichtung der Baumängel

  • In 19 Prozent der vom Institut für Bauforschung untersuchten Baumängel gab es ein Problem mit dem Rohbau, der Statik oder der Dachkonstruktion.
  • 13 Prozent der Mängel sind hier angesiedelt schleichen beim Dämmen der Fassade ein
  • 45% liegen in der fehlerhaften Ausführung
  • 2001: pro Haus ca. 60 Mängel mit einer durchschnittlichen Schadenssumme von rund 1000 Mark fest.  (Quelle TÜV Süddeutschland)

Wenn Sie wissen möchten, wie man Profis am Bau findet, kommen Sie zum #IPK2017:

Immopreneur Kongress 'ipk2017

Ganz wichtig: Unzufriedenheit ist kein Grund für einen Mangel!

Gerne als emotionale Keule gegen Handwerker und Bauunternehmer -zurecht oder unrecht- genommen.

Fazit

Um den ganzen Beitrag auf einen programmatischen Nenner zuu reduzieren:

Die größte Baumängel überhaupt: Geiz und Ignoranz.

Unspektakulär, aber im Endeffekt reduziert sich meistens jeder Baumangel auf diese beiden Faktoren

Baumängel so viele wie Ausreden von Handwerkern (>>>Zum Blogbeitrag Handwerkerausreden)

Weiterführende Literatur:

Baumängel: Ein Ratgeber für alle, die Häuser, Wohnungen kaufen und sanieren

Kostenfalle Hausbau: Pfusch vermeiden

(K)ein Pfusch am Bau

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Immopreneur Kongress 2017: 5 Gründe, wieso Sie auf keinen Fall teilnehmen sollten Gastbeitrag Maria Singer Immobilienbewertung: Wie geht das?

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