Badsanierung Heidelberg

In diesem Beitrag lernen Sie, was an Kosten und Aufwand  bei einer kleinen Badsanierung auf Sie zukommt.

Nehmen wir an, Sie sind schon einige Zeit verheiratet, haben Kinder oder auch nicht, sind im Job seit Jahrzehnten sattelfest und Sie besitzen Eigentum.

Wohnung oder Haus.

Ganz egal.

Meiner Erfahrung nach gibt es zwei große Baustellen, denen sich die meisten Deutschen zuwenden.

Die erste ist der Garten.

Die zweite ist das Bad.

Der Ort, an dem man sich (neben der Küche) am meisten aufhält.

Das erste, das man morgens nach dem Aufstehen sieht, ist das eigene verschlafene Gesicht im Spiegel.

Hm, die Fliesen haben auch schon bessere Tage gesehen.

Waren die Fugen eigentlich schon immer schwarz?

Ob das Wasser nach dem Wasserschaden noch unter den Fliesen schlummert?

Schlafende Riesen soll man ja bekanntlich nicht wecken…

Aber.

Dann kommt Ihnen der Gedanke, der Sie für die nächsten Monate einfach nicht los lässt.

Ein Gedanke so einfach, dass er Ihnen mittlerweile wie ein alter Freund vorkommt.

„Schatz, wie wäre es, wenn dir das Bad sanieren? Ich war letztens bei Klaus und Maria in Heidelberg zu Besuch. Die haben sich so ein Designbad mit Fußbodenheizung und allem Schnickschnack bauen lassen.“

Und dann beginnt Sie.

Die große Fragerunde, ob Sie es nun selbst machen oder alles aus einer Hand machen lassen.

Schließlich kann man heutzutage alle möglichen Videos von Handwerkern auf Youtube anschauen.

Do-it-yourself ist die Devise.

Oder doch nicht?

Sie möchten also…

  • den alten Fußboden bis auf die Statik entfernen
  • die alte Vormauerung weg stemmen
  • Fliesen runter inkl. Kleber
  • alles entsorgen
  • verputzen
  • Fußbodenheizung einbauen
  • neuen Fußbodenaufbau erstellen
  • alle Verrohrungen erneuern
  • Fliesen legen
  • Duschtasse einbauen
  • Abdichtung herstellen
  • Glasduschkabine montieren
  • WC
  • Waschtisch
  • Rainshower Brause
  • Edelputz mit Silikatfarbe
  • und, und, und

Nach der Arbeit, an den Wochenenden und den Feiertagen.

Ich bewundere Ihre Begeisterungsfähigkeit.

Wie lange haben Sie Zeit?

Vom Hören-Sagen weiß ich, man kann „so eine“ Badsanierung binnen 8 Tagen machen.

Kommt drauf an muss ich sagen.

Pro mm Putz müssen Sie einen Tag rechnen.

Wenn Sie, wie in unserer Badsanierung in Heidelberg, einen Altbau um 1900 haben und alles bis auf die Haut erneuert haben möchten, kommen Sie nicht umhin, mehrlagig im Bereich der Fliesen zu arbeiten.

Sprich: Das zugerichtete Ziegelmauerwerk muss erst einmal wieder flucht- und lotgerecht verputzt werden.

Am einfachsten mit Fliesenkleber, nachdem Sie mit einem Tiefengrund bzw. Betonkontakt nach gründlicher Reinigung ausreichende Haftung hergestellt haben.

Einen vollen Tag benötigen Sie zu zweit oder dritt dafür, die Baustelle einzurichten, alle Verkehrsflächen abzukleben, die Türzarge im Bad zu schützen, alles zu demontieren, wegzustemmen, aufzubrechen, die Tapete zu entfernen, alles wegzuschaben, zusammen zu sammeln, zu transportieren und fachgerecht zu entsorgen.

Wenn es reicht.

In unserem Fall haben wir die 4,3 Quadratmeter Badfläche bei über 2,40 m Deckenhöhe zu zweit. gestemmt

Ein bisschen Bauschutt fällt im Verlauf immer wieder eimerweise an.

Aber den Löwenanteil können Sie binnen 10 Stunden bewältigen.

So.

1-2 Tage BE (Baustelleneinrichtung), Abbruch, Entsorgung und alles so säubern, dass Sie am 2. Tag grundieren können.

Tipp: Checken Sie vorher, wo Zuleitungen im Boden laufen (könnten). Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auf „Öl“ stoßen, ist relativ hoch.

2. Tag Grundierung und Einmessen.

Zum Einmessen (Anzeichnen des Meterrisses und der Fertighöhen von Waschtisch etc.( nehmen Sie sich am besten eine Gipskartonplatte zur Hand und montieren diese provisorisch in der Türzarge (durch Festklemmen).

Hier können Sie nun angefangen vom Nullpunkt alle wichtigen Stationen einzeichnen: Oberkante WC, Waschtisch, Duschtasse, Vorsatzschale WC usw. usf.

Der Nullpunkt ist immer die fertige Fußbodenhöhe.

Meistens die Fertighöhe des Raumes vor dem Bad.

Hängt aber vom Fußbodenaufbau ab und bei welcher Höhe Sie später „rauskommen“

Daher ganz wichtig von Anfang an: Kennen Sie Ihren Feind.

Wissen Sie, mit welchem Untergrund Sie es zu tun haben und was Sie einbauen möchten.

Das größte Problem in der Sanierung von Bestandsbädern, ist die Vereinbarkeit moderner Ansprüche wie Fußbodenheizung, Barrierefreiheit, Wärmedämmung, Dampfbremse und den Vorgaben des Altbaus.

Sie müssen einfach mit wenig Platz auskommen.

Nicht nur in der Breite, sondern auch in der Tiefe.

Rechnen Sie einfach bis auf Oberkante (OK) Rohfußboden runter.

  1. 20mm Fliesen + Kleber
  2. 3mm Nivelliermasse flex
  3. 14mm Fußbodenheizung (in unserem Fall haben wir Flexiro benutzt, aber es gibt auch Systeme mit 8mm Aufbauhöhe)
  4. 40mm Dämmung
  5. wahlweise Estrich und Dampfsperre nach 4.

Da sind Sie gleich mal bei 8-10 cm Aufbauhöhe.

Das ist aber nicht das Hauptproblem.

Das besteht nämlich im Wunsch nach einer bodenebenen Dusche.

Gefliest, mit Duschrinne.

Edel geht die Welt zugrunde.

Eine Duschrinne „extra flach“ bekommen Sie schon mit 67mm Aufbauhöhe.

Das bezieht sich aber nur auf den Corpus.

Die höhenverstellbaren Aufstellfüße sind da nicht mit einbezogen.

Wieso können Sie nun im Regelfall die Rinne nicht auf den ebenen Boden stellen?

Wasser fließt gerne mit 1-2 % Gefälle.

Wenn Sie nicht direkt mit einem 90 Grad Winkel von der Duschrinne in das Fallrohr zum Nachbarn runter fahren können, müssen Sie zum nächstgelegenen Fallrohr eben die 1-2% Gefälle auf die Länge aufrechnen.

Das ergibt bei 2,50m einen Höhendifferenz von bis zu 5 cm.

Rechnen Sie das auf Ihre Gesamtaufbauhöhe im Duschbereich on top und Sie stellen fest, dass Sie je nach Situation vor Ort eine mögliche Aufbauhöhe von rd. 12 cm benötigen.

Seien Sie froh, wenn Sie 8-10 cm Luft haben.

Badsanierung ist diffizil.

Planen Sie das mit ein.

Am 3. Tag können Sie die Zu- und Rückläufe bzw. das Abwasser vorbereiten und den Trockenbau inkl. Geberit Unterputzarmatur stellen.

Einfach, aber wichtig: Testen Sie Ihr Werk. Ist alles dicht unter Wassereinwirkung? Sie müssen immer wissen, wo Ihr Wasser hinfließt.

Am 4. Tag können Sie die Abdichtung auftragen bzw. im Bereich über dem Fliesenspiegel den Edelputz bzw. die Decorgrundierung für den Edelputz auftragen.

Benefit: Wenn Sie von oben nach unten fertig machen, sparen Sie sich das nachträgliche Abkleben des fertig gefliesten Bereiches. Das spart Ihnen minimum 1,5 Std. Arbeit.

Am 5. Tag Edelputz bzw. Silikatfarbe.

Am 6. Tag können Sie sich dem Fußbodenaufbau widmen. EPS / XPS, Randdämmstreifen und Nivelliermasse, die für Fußbodenheizung geeignet ist.

Tipp: Bleiben Sie immer im System / bei einem Hersteller (-> Gewährleistungsausschluss beachten)

Der 7. Tag wird nicht geruht, sondern alles kontrolliert.

Stimmen die Höhen und Abstände, Winkel und Fluchten?

Abdichtung in notwendiger Trockenschichtdicke aufgetragen?

Messen Sie nochmal alles nach, lesen Sie alle Datenblätter.

Jetzt gilt es nicht zu hetzen.

Am 8. Tag beginnen die Fliesenarbeiten, dann verfugen, reinigen und Endmontage am 9. Tag.

Theoretisch.

Diese 9 Tage können sich über 4-6 Wochen erstrecken.

Aber warum?

Lieferzeiten für Duschtassen variieren zw. 7 und 14 Tagen.

Das ist aber nur eine „unverbindliche Aussage“ des Herstellers gegenüber den Großhändlern.

Bei Hiobsbotschaften gerne auch mal 4 Wochen.

Hersteller für Duschtassen aus Stahl haben keine große Konkurrenz und können die Endverbraucher ruhig zappeln lassen.

Komm ich heute nicht, komme ich eben morgen.

Handwerker werden krank.

Es kann durchaus auch vorkommen, dass man zwischendurch Unternehmer austauschen muss.

In unserem Beispiel wollte der Sanitär 5000€ für ein bisschen Wasser und Abwasser.

Wohl gemerkt ohne Anschlussarbeiten, die dann noch mal auf Taglohn ausgeführt worden wären.

720€ netto für ein paar HT-Rohre, Form- und Verbindungsteile, sowie Montage.

Merke: Je kleiner das Projekt, desto weniger Bock hat der Handwerker auf den vergleichbar riesigen Aufwand. Desto teurer.

Achja: Wenn Ihr Sanitärmensch das Projekt nur übernimmt, wenn er auch alle Sanitärgegenstände liefern kann, schießen Sie ihn in den Wind. Finden Sie einen Unternehmer mit dem Flexibilität möglich ist.

Theoretisch können Sie alle Anschlüsse selbst machen.

Sie müssen eben nur wissen wie.

Wir lagern diese Tätigkeit gerne aus.

Ist entspannter.

Suchen Sie sich einen Generalunternehmer mit Spezialisierung auf Altbausanierung.

Der hat meist Elektriker, Sanitär- und Heizungsfachmann integriert.

Kann Ihnen Arbeit ersparen, aber auch welche produzieren.

Wenn sich nämlich einer um alles kümmert, wächst Ihre Abhängigkeit.

Dieses „Risiko“ können Sie verringern, indem Sie aufsplitten.

Das erhöht wiederum Ihre Eigenleistung.

Schließlich muss das alles koordiniert werden.

Sie merken schon- und das ist die Krux an der Sache- Sie bekommen nur gang ganz selten alles aus einer Hand.

Unsere Auftraggeber haben uns die Angebote der Konkurrenz vorgelegt (die zum Teil 3 Monate für ein  Angebot benötigt hat):

Kein einziges Unternehmen (!) hat komplett von A-Z alle Bauleistungen abgedeckt.

Mal wurde nur Sanitär angeboten, mal nur Heizung, mal beides, aber ohne Lieferung der restlichen Einrichtung und sowieso ohne Maler- und Verputzarbeiten.

Beliebt ist es auch, gerade bei Mini-Projekten, dem Kunden mehr zu verkaufen, als er braucht und mehr, als gut aussehen würde.

Wenn Ihnen der Verkäufer noch ein paar Einbauschränke verkaufen möchte und Sie kaum Platz für ein Katzenklo haben, sollten bei Ihnen die Warneleuchten angehen.

Ich meine, verkaufen zu wollen ist ja auch nicht schlimm.

Aber es sollte zumindest die individuellen Eigenheiten des Projektes und der Kunden berücksichtigen.

Mit ein wenig stolz können wir behaupten, uns gegen die große Konkurrenz mit ihren Ausstellungsräumen, Fuhrparks und zahllosen Angestellten durchgesetzt zu haben.

Warum?

Das Angebot war mit Ansage ausgefertigt, der Preis hat gestimmt, wie haben alle Bauleistungen von A-Z angeboten und waren flexibel genug, uns auf den Kunden einzustellen.

Der Kunde wollte einige Sanitärgegenstände selbst liefern, was für uns absolut ok war.

Weniger Stress.

Allerdings hat das ganze einiges länger gedauert, als gedacht.

24.10. war der Spatenstich und am 03.12. wurde die Endreinigung durchgeführt.

4,3 Quadratmeter Badsanierung von Grund auf bis zur Endmontage aller Gegenstände.

Das hat es gewaltig in sich.

Unterschätzen Sie nie die kleinen Dinge.

Rechnen Sie 4-5 Wochen und 2-3 Mann pro Bad bei einer „richtigen“ Sanierung.

„Ein Bad“ bekommen Sie natürlich auch schneller und günstiger hin.

Sie müssen aber immer fragen, welche Leistungen geliefert werden bzw. wie stark in die Substanz eingegriffen werden soll.

Die neue Lage Fliesen einfach auf die alte kleben, Verrohrung belassen und vielleicht die Badewanne gegen einen Duschbereich austauschen, ein bisschen Farbe an die Decke und fertig-  da sind Sie in 14 Tagen ohne Aufregung durch.

Falls Sie tatsächlich nur mit einer kleinen Sanierung kalkulieren, hier ein wichtiges Werkzeug, dass perfekt für den Innenausbau geeignet ist >>>Fein Oszillierer

Hiermit können Sie die falsche Fugenfarge messerscharf herausfräsen und im Farbton Ihrer Wahl neu verfugen.

Exzellentes Tool.

Ein letztes noch:

Es geht immer etwas schief.

Immer.

Sie können noch so gut vorbereitet sein und mit ausgefeilten Systemen arbeiten, die Einrichtung schon Wochen im Voraus bestellt haben- egal.

Ohne Aufregung geht es in der Altbausanierung eben nicht.

Entspannen Sie sich.

Schließlich bauen Sie für die Ewigkeit.

Apropos Ewigkeit und Fußbodenheizung.

Achten Sie darauf, dass die Verbundrohre nach DIN 4726 „sauerstoffdicht“ sind.

Korrosionsschäden können sonst die Folge sein.

Ein tolles Informationsblatt liefert hierzu www.heizungswasser.ch.

Und was kostet das?

Kommt darauf an.

Zwischen 5.000-15.000€ ist alles dabei.

Ich weiß, Sie sind neugierig zu wissen, was diese schöne Bad in Heidelberg gekostet hat….

3200€ brutto pro Quadratmer.

Klingt viel, aber die Konkurrenz lag bei fast 3500€ / qm.

Diese Investition machen Sie schließlich nur einmal.

Und das soll sich lohnen.

Fazit

Kleine Bäder müssen trotz ihrer Größe sehr gut geplant sein.

Sie werden selten jemanden finden, der alles aus einer Hand ausführt und organisiert.

Wägen Sie die Vor- und Nachteile eines solchen Generalunternehmers ab.

Es dauert immer länger, als geplant und kostet meist auch mehr als gedacht.

Aber das liegt in der Natur der Sache.

Am Anfang wird mit spitzem Bleistift auf das Budget geschaut und nach und nach stellt man fest, dass man etwas für die Ewigkeit baut.

Holen Sie sich 3 bis 4 Angebote von diversen Unternehmen ein, die auf Badsanierungen im Altbau spezialisiert sind.

Lassen Sie sich nicht von Referenzen und großen Showrooms blenden.

Trägheit kommt mit der Größe.

Gerade wenn Sie flexibel sein möchten, suchen Sie sich ein junges Unternehmen, dass Ihnen diese Freiheit gewährt, ohne über den verpassten Gewinn von nicht gelieferten Gegenständen diskutieren zu wollen.

In diesem Sinne:

fröhliches Sanieren

Ihr Marcus Schettler

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